Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kingfisher Airlines
Die indische Fluggesellschaft Kingfisher Airlines nahm am 9. Mai 2005 ihren Flugbetrieb auf. Sie befindet sich im Eigentum der United Breweries Group. Innerhalb von drei Jahren ist die Flotte auf 42 Maschinen angewachsen, welche mit mehr als 250 täglichen Flügen insgesamt 40 Flugziele in Indien bedienen.
In diesem Jahr wurde folgende Flugverbindungen neu aufgenommen – auch hier ohne Anspruch auf Vollständigkeit, da die Presseabteilung von Kingfisher nur gelegentlich eine entsprechende Mitteilung heraus gibt:
14.04.2008: Chennai – Tiruchirapalli (einmal täglich mit ATR 72-500)
14.04.2008: Mumbai – Chandigarh (einmal täglich mit Airbus A319)
14.04.2008: Mumbai – Ahmedabad (zweimal täglich mit Airbus A319)
14.04.2008: Delhi – Chandigarh (einmal täglich)
14.04.2008: Delhi – Goa (einmal täglich)
Im Sommer 2007 vereinbarten Kingfisher und Continental eine weitreichende Kooperation über die gegenseitige Kompatibilität der Vielfliegerprogramme, den wechselseitigen Zugang zu den Airport-Lounges sowie ein zukünftiges Codeshare-Abkommen. So können Vielflieger jeweils bei der anderen Fluggesellschaft Meilen sammeln und einlösen; darüber hinaus können Passagiere der Continental nach Delhi und Mumbai unter CO-Flugnummer mit Kingfisher innerhalb von Indien weiterreisen.
Anfang diesen Jahres wurde Kingfisher Airlines in den Kreis der handverlesenen Fluggesellschaften aufgenommen, die von Skytrax mit fünf Sternen ausgezeichnet worden sind.
Ziel CEO von Kingfisher, Vijay Mallya, welcher wiederum 55% der Aktien der UB Group hält, war von Anfang an der Aufbau einer international operierenden Linienfluggesellschaft im Premiumbereich. Bereits im Sommer 2006 verkündete Mallya in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, dass man bereits im dritten Quartal 2007 nach Köln/Bonn oder Düsseldorf fliegen wolle und ab dem ersten Quartal 2008 auch in die USA.
Die Langstreckenpläne von Kingfisher konnten bisher bekanntlich noch nicht in die Tat umgesetzt werden. Nach den derzeit noch geltenden Bestimmungen dürfen indische Fluggesellschaften erst nach einer fünfjährigen Bewährungsprobe im Inlandsfluggeschäft auch internationale Flugverbindungen anbieten. Entsprechende politische Bestrebungen zur generellen Verkürzung dieser Frist sind bisher nicht von Erfolg gewesen; dies mag der Hauptgrund gewesen sein, dass Kingfisher bereits im vergangenen Sommer 2007 einen Anteil in Höhe von 26% am Konkurrenten Air Deccan erwarb. Darüber hinaus kündigte die UB Group, den bisherigen Anteilseigner ein Angebot zum Erwerb von mindestens weiteren 20% zu unterbreiten. Air Deccan selbst führt bereits seit August 2003 Inlandsflüge durch und hätte demnach bereits in diesem Sommer die Voraussetzungen zur Aufnahme internationaler Flugverbindungen erfüllt.
Für folgende Flugziele soll Air Deccan bereits entsprechende Streckenrechte beantragt haben
Bangalore:
San Francisco, New York, London, Dubai, Colombo, Bangkok und Kuala Lumpur
Mumbai:
New York, Düsseldorf, London, Zürich, Bahrain, Doha, Dubai, Muscat, Johannesburg, Shanghai, Hongkong, Bangkok, Kuala Lumpur und Sydney
Delhi:
Vancouver, Toronto, Genf, Kuwait, Dubai, Kuala Lumpur, Peking, Kathmandu,
Bangkok und Guangzhou
Amritsar:
Sharjah und Dubai
Chennai:
Colombo, Bahrain, Sharjah, Dubai, Bangkok und Kuala Lumpur
Hyderabad:
Sharjah, Bahrain und Kuala Lumpur
Kochi:
Dubai, Sharjah und Muscat
Thiruvananthapuram:
Bahrain, Sharjah und Muscat
Es ist nicht bekannt, wie hoch zwischenzeitlich der Anteil der UB Group bzw. Kingfisher an Air Deccan ist. Die Homepage von Air Deccan hat jedenfalls zwischenzeitlich einen Relaunch erfahren und ist nun in den Farben von Kingfisher Airlines gehalten; darüber hinaus bezeichnet sich Air Deccan in ihren Pressemitteilungen bereits als Teil der Kingfisher Airlines.
Ende Januar 2008 teilten die Vorstände von Kingfisher Airlines Limited und Deccan Aviation Limited mit, dass mit Wirkung zum 1. April 2008 der Flugbetrieb von Kingfisher in der Deccan Aviation Limited aufgehen sollte. Anschließend solle die fusionierte Fluggesellschaft in „Kingfisher Arlines Ltd.“ umfirmiert werden; den Vorstand solle Vijay Mallya übernehmen. Die Aufnahme des internationalen Flugverkehrs war für August 2008 anvisiert. Die Genehmigung durch die indischen Behörden lässt jedoch weiterhin auf sich warten; es ist daher noch offen, ob Kingfisher tatsächlich wie geplant im August zum internationalen Erstflug abheben kann.
Daher sollen die ersten Airbus-Langstreckenflugzeuge vom Typ A340-500, die in Kürze zur Auslieferung anstehen (auch wenn seit geraumer Zeit schon Fotos im Internet kursieren, ist laut Airbus noch keine Maschine dieses Typs an Kingfisher ausgeliefert worden), im Rahmen einer Leasingvereinbarung an Air India weitergeleitet werden.
Die Flotte der Kingfisher stellt sich wie folgt dar:
3 Airbus A319 (Einklassenkonfiguration mit 144 Sitzplätzen)
3 Airbus A320 (Einklassenkonfiguration mit 174 Sitzplätzen)
2 Airbus A321 (Einklassenkonfiguration mit 199 Sitzplätzen)
9 Airbus A320 (Zweiklassenkonfiguration mit 134 Sitzplätzen (20/114))
1 Airbus A321 (Zweiklassenkonfiguration mit 151 Sitzplätzen (32/119))
2 Airbus A321 (Zweiklassenkonfiguration mit 178 Sitzplätzen (20/158))
15 ATR 72 (66 Sitzplätze)
Standby: 3 ATR 72-500 (66 Sitzplätze)
Standby 1 Airbus A320 (Zweiklassenkonfiguration mit 134 Sitzplätzen (20/114))
Darüber hinaus hat Kingfisher zahlreiche weitere Maschinen bei Airbus in Auftrag gegeben, darunter auch mehrere Maschinen vom Typ A380:
24 Airbus A320
4 Airbus A321
15 Airbus A330-200
10 Airbus A340-500
5 Airbus A350-800
5 Airbus A380
Optionen für weitere Maschinen sind vereinbart worden.
Kingfisher hat am Donnerstag von Airbus eine Maschine vom Typ A330-200 (Reg.: VT-VJK) übernommen und anschließend nach Bangalore überführt.
Und wenn man ansonsten keine Probleme hat, so werden Sie einem gemacht. Das DGCA (Directorate General of Civil Aviation) hat einen Entwurf vorgelegt, aus dem hervorgeht, dass Piloten mehr Flugstunden abgeleisten sollen, bevor es auf die Langstrecke geht - von derzeit 150 Flugstunden auf 4000 Flugstunden.
Dies könnte den Start der Langstrecke von Kingfisher erheblich beeinflussen, aber auch andere Airlines wie Jet und Air India wären von dieser "Neuregelung" betroffen.
Kingfisher hat sich ein Slotpaar für den Flughafen London-Heathrow gesichert und plant ab Anfang September eine Flugverbindung zwischen Indien und London-Heathrow. Noch ist aber nicht entschieden, ob London von Mumbai oder Bangalore aus angeflogen werden soll. Darüber hinaus befindet sich Kingfisher in Verhandlungen mit KLM, um ein zweites Slotpaar für London-Heathrow zu erwerben.
Dies melden die Kollegen von Airliners-India.
Somit streichen wir auch IT aus der Liste potentieller Airlines für den CGN. Den Jungs nach steht auch ein baldiger Anschluss an Skyteam sowie ein umfangreiches Code-Sharing Programm.
Kingfisher will von allen großen Airports in Indien gen Amsterdam fliegen.
Dies könnte die Lufthansa mit ihrem fantastischem Netz Indien - Frankfurt - USA in Bedrängnis bringen.
"Abwarten und Tee trinken" kann ich da nur sagen. In einem aktuellen Interview mit der Flight International war lediglich von Flügen nach London-Heathrow die Rede. Angesichts der Tatsache, dass sich wöchentlich die Gerüchteküche mit neuen Meldungen überschlägt, sollte man auch diese Meldung auf kleiner Flamme kochen.
Die Fusion von Kingfisher Airlines und Air Deccan ist nach einer Meldung von Flight International (http://www.flightglobal.com/articles/2008/07/25/225917/kingfisher-goes-international.html) bereits zum 7. Juli vollzogen worden; einen entsprechenden Hinweis sucht man auf den Homepages beider Fluggesellschaften derzeit aber noch vergebens.
Davon habe ich auch gehört und Kingfisher macht weiter. Neues Ziel soll wohl SpiceJet sein.
Naja, ist nicht ganz so mein Geschmack :D:D
Davon habe ich auch gehört und Kingfisher macht weiter. Neues Ziel soll wohl SpiceJet sein.
Naja, ist nicht ganz so mein Geschmack :D:D
Wie ich bereits im Thread zu SpiceJet ausgeführt habe, ist ein Einstieg von Kingfisher kein Thema mehr, nachdem ein anderer Investor mit 80 Mio. US-Dollar bei SpiceJet eingestiegen ist.
Entgegen früheren Meldungen hat Kingfisher die Großbestellung der Air Deccan über 52 Airbus A320 nicht storniert, sondern nur zeitlich nach hinten verschoben. Hintergrund ist, dass die fusionierte Fluggesellschaft nach dem derzeitigen Stand bis 2013 jährlich gut 20 neue Maschinen erhalten würde; den überarbeiteten Flottenplan zufolge soll die Flotte im kommenden Jahr wohl nur um acht Maschinen aufgestockt werden.
Darüber hinaus erwägt Kingfisher den Verkauf zweier noch nicht ausgelieferter Airbus A340-500, da die entsprechende Flugverbindung zwischen Mumbai und New York möglicherweise nicht aufgenommen wird.
Nachdem ja schon vor einigen Tagen in einer indischen Zeitung zu lesen war, dass IT wohl den Europahub in AMS errichten will, gibt es auf Seiten von Kingfisher immer noch keine offizielle Bestätigung dafür.
Auf der Homepage sucht man vergebens nach solchen Informationen.
Und wieder einmal ist ein Bericht aufgetaucht, wonach der Flugbetrieb zwischen BLR und LHR bald aufgenommen werden soll (http://news.in.msn.com/business/article.aspx?cp-documentid=1460960). Allerdings gibt es keinerlei Meldungen bzgl. AMS als zukünftiger Hub in Europa.
Nun scheint der Termin in 14 Tagen fest gesetzt zu sein (http://economictimes.indiatimes.com/News_by_Industry/Kingfishers_first_intl_flight/articleshow/3372992.cms).
Es soll tägliche Flüge nach London geben, weitere Flüge sollen dann folgen:
USA
UK
VAE
Singapore
Thailand
Maldives
Saudi Arabia
Kuwait
Bangladesh
Malaysia
Sri Lanka
Pakistan
Hong Kong
Damit soll Europa erst einmal NICHT angeflogen werden.
Der Termin für die erste internationale Flugverbindung ist offiziell bestätigt worden:
03.09.2008: Bangalore - London-Heathrow (einmal täglich mit Airbus A330)
Die Flüge sind ab sofort über die Homepage von Kingfisher buchbar.
Im Vorfeld der ersten Kingfisher-Langstrecke von Bangalore nach London-Heathrow ist gestern in Toulouse ein Airbus A330-200 an Kingfisher ausgeliefert und nach Bangalore überführt worden.
Im Vorfeld der ersten Kingfisher-Langstrecke von Bangalore nach London-Heathrow ist gestern in Toulouse ein Airbus A330-200 an Kingfisher ausgeliefert und nach Bangalore überführt worden.
Donnerstag wurde ein zweiter Airbus A330-200 von Toulouse nach Bangalore überführt (Reg.: VT-VJP). Die erste Maschine trägt übrigens die Reg. VT-VJO.
Am 1. November wird die Strecke nach San Francisco aufgenommen. Den Infos nach müßte ein ein A330 zum Einsatz kommen, was aber wiederum bedeuten würde, dass es einen Stopp in Europa geben muss?
Anderen Informationen zufolge sollen alle fünf Airbus A340-500 im Oktober an Kingfisher ausgeliefert werden, von denen aber nur zwei oder drei weiter verkauft werden sollen. Die restlichen Maschinen sollen dagegen auf der Route zwischen Bangalore und San Francisco zum Einsatz kommen.
Quelle (http://www.flightglobal.com/articles/2008/09/02/315366/indias-kingfisher-looks-to-sell-some-of-its-a340-500s.html)
Markus 1976
03.09.2008, 15:35
Am 1. November wird die Strecke nach San Francisco aufgenommen. Den Infos nach müßte ein ein A330 zum Einsatz kommen, was aber wiederum bedeuten würde, dass es einen Stopp in Europa geben muss?
Nicht zwingend. Ein Stop in Asien (Shanghai) wie z.b. durch Jet Airways ab Mumbai praktiziert, ist auch möglich.
Nicht zwingend. Ein Stop in Asien (Shanghai) wie z.b. durch Jet Airways ab Delhi praktiziert, ist auch möglich.
Stimmt, da war was! Die wollten sogar anders herum fliegen, ich hatte wohl die Ostküste im Kopf.
Wäre es denn für Jet möglich bzw. wird vielleicht in Indien schon der Aspekt eines Standortwechsels in Betracht gezogen? Z.B. MUC oder MXP?
Weißt du da genaueres?
Ich kenne nur das Forum von Airliners India, in dem ich ab und an tätig bin. Vielleicht gibt es da ja auch alternativen, in denen man stöbern könnte.
Kingfisher wird bestimmt mit mehr bedacht an ein europäisches Hub gehen - eventuell sogar London?
Markus 1976
04.09.2008, 12:02
Wäre es denn für Jet möglich bzw. wird vielleicht in Indien schon der Aspekt eines Standortwechsels in Betracht gezogen? Z.B. MUC oder MXP?
Habe hier derzeit keine Infos vorliegen. MUC dürfte aber keine Alternative sein, da die LH die eigenen Flieger nach DEL und BOM füllen muss und zusätzlich die Wunschziele eines indischen Carrier in Nordamerika ebenfalls bedient. Nicht umsonst ist auch Air India bisher nicht in MUC aufgeschlagen.
Eine Entscheidung für oder gegen MXP dürfte viel mit dem Ausgang der Verhandlungen zur Übernahme der maroden Alitalia zu tun haben. MXP erfüllt meines Erachtens derzeit nur teilweise die Funktion eines Hubs zum feedern.
Weißt du da genaueres? Wie, gesagt, nur Spekulatius.
Ich kenne nur das Forum von Airliners India, in dem ich ab und an tätig bin. Vielleicht gibt es da ja auch alternativen, in denen man stöbern könnte.
Kingfisher wird bestimmt mit mehr bedacht an ein europäisches Hub gehen - eventuell sogar London?
Dafür dürfte Kingfisher kaum Slots erhalten. Strategisch sicherlich die richtige Wahl den Hub in UK zu haben, da die Anzahl der Aus- bzw. Einsteiger größer ist. Für mich kommen derzeit als Hub für Kingfisher in Europa nur FRA, LHR, oder CDG in Frage, da diese Flughäfen Hubs mit starken Flagcarrier sind und zu dem selber starken Verkehr nach Noramerika bzw. Indien verzeichnen. Gerade aber diese starken Flagcarrier werden wenig Interesse daran haben sich neue Konkurrenz ins Nest setzen zu lassen, des wegen auch die Meldung zum Hub in AMS, die allerdings bisher nicht bestätigt ist. Vielleicht gibt in zu letzterem in Kürze eine neue Info.
@Markus
Kingfisher-Chef Vijay Mallya hatte in früheren Stellungnahmen betont, dass man nicht in direkter Konkurrenz zu anderen Fluggesellschaften fliegen wolle und daher z.B. auch Frankfurt als möglichen Zielflughafen ausgeschlossen. Ganz im Gegenteil hatte er selbst - zu meiner Überraschung - nicht nur Düsseldorf, sondern auch Köln/Bonn ins Gespräch gebracht. Bezogen auf Köln/Bonn bin ich da mehr als nur skeptisch und kann mir dies ehrlich gesagt überhaupt nicht mehr vorstellen.
Wie bewertest Du diese Aussagen? Hat es diesbezüglich einen Sinneswandel bei Kingfisher gegeben? Die Wahl von London-Heathrow lässt ja darauf schließen.
Unabhängig davon hat Kingisher die nächste Route nach London angekündigt. Geflogen werden soll ab November von Mumbai aus. Kingfisher hat die Slots von KLM für LHR erhalten.
Dies bietet so langsam den Spielraum für Spekulationen, z.B. welchem Bündnis sich IT eventuell anschließen könnte und auch, wie man die Konkurrenz schwächen könnte.
Rein hypothetisch: Kingfisher feedert nach London, und von dort aus im Code-Share weiter an die Ostküste??
Klingt unwahrscheinlich - aber nicht abwägig.
Markus 1976
04.09.2008, 13:32
Diese Aussage von Herrn Mallya sind gelinde gesagt ziemlich peinlich. Wenn eine Airline in einen neuen Markt einfliegt steht sie automatisch im Wettbewerb, zumal es sich um bereits bestehende, hart umkämpfte Märkte handelt. Das Problem aller indischen Carrier ist, da sie keinen neuen Markt erschliessen, sondern im Grunde genommen ersteinmal von anderen Airlines Paxe abschöpfen müssen um Kostendeckend zu fliegen, da das natürliche Wachstum der Strecken für volle Flieger nicht ausreicht (Nordamerika und inbound Indien). Hinzu kommt der hohe Ölpreis, der jede "neue" Streckenaufnahme zu einem Abenteuer macht.
Wie gesagt ist meiner Meinung nach profitabler Verkehr für einen indischen Carrier derzeit nur über einen Hub mit möglich, wenn Weiterflüge nach Nordamerika angeboten werden sollen. Als reiner Punkt-zu-Punkt-Verkehr bietet in Europa lediglich London genügend Potenzial den Flieger zu füllen, dann ist auch ein Feeder-Betrieb nicht zwingend notwendig. In London leben ca. 450.000 Inder. Bitte auch die Entscheidung von Air India beachten, Flüge von Paris nach London zu verlagern. Daher die konsequente Entscheidung von Kingfisher London als erstes, und wahrscheinlich auch einziges Punkt-zu-Punkt Ziel in Europa, zu wählen.
Der A330 wird sicherlich recht luxuriös und komfortabel ausgestattet sein, was den Sitzabstand und Sitzanzahl betrifft. Um den Flieger voll zu kriegen, dürfte das ausreichen, ob das profitabel ist, steht dann auf einem anderen Blatt.
Ein Wort zu Bangalore: Bangalore ist das technologische Zentrum Indiens. Gut 2/3 der ausländischen Expats leben hier, ansonsten ist dort nicht viel los. Es ist nicht weit nach Kerala und den schönen Stränden, kulturell interessanter und wirtschaftlich ebenfalls hoch zu bewerten sind jedoch sicherlich Mumbai, Hyderabad und Delhi. Die Flüge zu diesen Städten sind somit auch hinten voll mit Touristen und Abenteurern, während sich Bangalore vermehrt auf Geschäfts-Paxe stützen muss. Bevor Kingfisher einen Hub für Weiterflüge in die USA aufmacht, muss sich die Airline ersteinmal für einen Heimat-Hub in Indien entscheiden, eine schwieirige Entscheidung. Bangalore und Umgebung bieten nicht genügend Potenzial, Zubringerflüge scheitern an mangelnden Kapazitäten vieler Airports. Darüber hinaus sind Zubringerflüge über 2 Stunden nach Bangalore, mit Weiterflug nach Europa (7 Stunden) und dann in die USA (6-10 Stunden) kaum vermarktbar.
Zu der Person von Herr Mallya ist zu sagen, das dieser sehr erfolgreich ist, aber man sagt ihm Abgehobenheit und Arroganz nach. Er vergleicht seine Airline mit Emirates, obgleich dieser Vergleich nicht zulässig ist, da Emirates mit komplett anderen Voraussetzungen an den Start gegangen ist. Die arabische Halbinsel ist mittlerweile für viele Paxe Endziel und Umsteigepunkt. Indien ist derzeit immer nur Endpunkt der Reise, ein Wandel ist hier nicht in Sicht. An vielen Flughäfen werden Umsteiger nicht gerade verwöhnt (getrennte Terminals, kein Durchchecken von Gepäck etc.), obgleich neue Terminals überall im Bau sind bald Abhilfe schaffen sollten.
Der große Vorteil Indiens irgendwie in der Mitte der Welt zu liegen (7 Stunden bis Europa, 5 Stunden bis Asien) ist auch gleichzeitig der große Nachteil, weil die Felle bereits ziemlich verteilt sind und Airportmanagement oftmals mangelhaft ist. Dies Einsichten dürften inzwischen auch in Bangalore bei Kingfisher Einzug gehalten haben und die Entscheidung über einen Hub oder Punkt-zu-Punkt-Verkehr beinflusst haben.
Markus 1976
04.09.2008, 13:40
Unabhängig davon hat Kingisher die nächste Route nach London angekündigt. Geflogen werden soll ab November von Mumbai aus. Kingfisher hat die Slots von KLM für LHR erhalten.
Dies bietet so langsam den Spielraum für Spekulationen, z.B. welchem Bündnis sich IT eventuell anschließen könnte und auch, wie man die Konkurrenz schwächen könnte.
Rein hypothetisch: Kingfisher feedert nach London, und von dort aus im Code-Share weiter an die Ostküste??
Klingt unwahrscheinlich - aber nicht abwägig.
Sieht mir eher danach aus, als ob Kingfisher keinen Hub in Europa aufmacht und stattdessen Punkt-zu-Punkt outbound Indien-Euroap fliegt. Codeshare über London mit welcher Airline? Das würde nicht zur Philosophie von Herrn Mallya passen, er will so viel Unabhängigkeit wie möglich. Kingfisher ist absolut zurecht eine 5-Star Airline, im Moment fällt es mir schwer zu glauben, das Herr Mallya "seine" Paxe seiner Meinung nach "minderwertigeren" Airlines anvertrauen möchte.
Tippe darauf, dass San Francisco und ggf. LA mit den A340-500 via Asien bedient werden. Wäre eine vernünftige Lösung, und kein Hub in Europa, der sich im Moment schlichtweg nicht rechnet.
Inzwischen hat British Airways auf die nach London aufgenomme Strecke und dieExpansionspläne reagiert. Die Preise auf den Strecken nach Indien sollen mehr als halbiert werden, von knapp 24tsd Rupien auf knapp 10tsd.
Das ist mal eine Kampfansage oder?
@Markus
Wenn man dieser Strategie folgen will, dann würden Flüge mit A345 auch nach New York kommen müssen. Zudem wäre man dann auch besser beraten, die großen Hubs in Europa anzufliegen und nicht Neuland zu betreten (wie es Jet getan hat). Genau dies wollte ja Herr Mallya überhaupt nicht.
Markus 1976
05.09.2008, 14:33
@Markus
Wenn man dieser Strategie folgen will, dann würden Flüge mit A345 auch nach New York kommen müssen. Zudem wäre man dann auch besser beraten, die großen Hubs in Europa anzufliegen und nicht Neuland zu betreten (wie es Jet getan hat). Genau dies wollte ja Herr Mallya überhaupt nicht.
Ich tippe weiterhin auf San Francisco und LA. In Kalifornien lebt die größte Anzahl von Indern in den USA, nämlich ca. 350.000. Eine Verbindung von Bangalore nach Kalifornien (Silicon-Valley - Bangalore High-Tech-Zentrum Indiens) ist überfällig, Jet verbindet Mumbai mit SFO. An einen Hub in Europa glaube ich nicht, weil es nun schon zwei Punkt-zu-Punkt Strecken gibt. Das Potenzial dürfte ausgereizt sein.
Nonstop-Flüge von Indien in die USA werden derzeit nur von Continental und Delta mit 777LR durchgeführt, Flugzeit 16-18 Stunden. In der Economy bedeutet dies null Spaß.
An einen Hub in Europa glaube ich nicht, weil es nun schon zwei Punkt-zu-Punkt Strecken gibt.
Hier liegt ein kleines Missverständnis vor, ich meine die großen Flughäfen in Europa und habe die als Hub bezeichnet.
Es würde dannn auf die von dir genannten P2P-Verbindungen rauslaufen, zu eben zu den zentralen Airports wie LHR, AMS, CDG, MXP oder auch BCN und FRA oder MUC.
Markus 1976
06.09.2008, 10:26
Hier liegt ein kleines Missverständnis vor, ich meine die großen Flughäfen in Europa und habe die als Hub bezeichnet.
Es würde dannn auf die von dir genannten P2P-Verbindungen rauslaufen, zu eben zu den zentralen Airports wie LHR, AMS, CDG, MXP oder auch BCN und FRA oder MUC.
O.K. Vielen Dank, da hatte ich etwas missverstanden.
Nochmal zu P2P. In Europa hat lediglich LHR ausreichend Potenzial als klassisches P2P Ziel nach Indien. Unter "klassisch" verstehe ich eine Verbindung ohne Code-Share und vor allem ohne Zubringer-Flüge. Beide Optionen fehlen Kingfisher, deshalb gehe ich davon aus, das IT keinen anderen Airport in Europa außer LHR im P2P-Modus anfliegen wird.
Die LH füttert ihre Flieger nach Indien mit vielen Zusteigern (s.o.), des wegen können die Strecken ex FRA und MUC (plus ZRH und VIE!!) profitabel bedient werden. LH wird wird wenig Interesse an einer einfliegenden IT haben. Das gleiche dürfte für AMS und CDG gelten, hier schlägt zusätzlich ins Kontor, dass das Potenzial des Heimatlandes grundsätzlich noch niedriger ist als in Deutschland plus AF und KL ebenfalls selber nach Indien (DEL, BOM, HYD) fliegen.
Warten wir mal ab, was geschehen wird.
Sieht mir eher danach aus, als ob Kingfisher keinen Hub in Europa aufmacht und stattdessen Punkt-zu-Punkt outbound Indien-Euroap fliegt. Codeshare über London mit welcher Airline? Das würde nicht zur Philosophie von Herrn Mallya passen, er will so viel Unabhängigkeit wie möglich. Kingfisher ist absolut zurecht eine 5-Star Airline, im Moment fällt es mir schwer zu glauben, das Herr Mallya "seine" Paxe seiner Meinung nach "minderwertigeren" Airlines anvertrauen möchte.
Tippe darauf, dass San Francisco und ggf. LA mit den A340-500 via Asien bedient werden. Wäre eine vernünftige Lösung, und kein Hub in Europa, der sich im Moment schlichtweg nicht rechnet.
@Markus
Du scheinst mit Deiner Vermutung richtig zu liegen. Wie das Wall Street Journal (http://www.livemint.com/2008/09/08000633/Kingfisher-to-reduce-planned-U.html?d=1) berichtet, soll die Route nach San Francisco nonstop geflogen werden, allerdings nicht wie ursprünglich geplant als tägliche Verbindung, sondern zunächst nur drei- bis viermal wöchentlich.
Kingfisher hatte für die Verbindung dem Artikel zufolge wohl auch mal einen Zwischenstop in Dubai oder Singapur aufgrund der dort deutlich geringeren Kerosinpreise geplant, davon aber wieder Abstand genommen.
Wie die britische Zeitung Independent berichtet, wird Kingfisher ab dem 26. Oktober tägliche Flüge zwischen Mumbai und London-Heathrow aufnehmen; eine Bestätigung für diese Meldung sucht man aber bisher auf der Homepage von Kingfisher Airlines noch vergebens.
Interessant auch eine weitere Aussage in dem Artikel des Independent, wonach Kingfisher im laufenden Geschäftsjahr (bis 31. März 2009) mit einem Verlust vor Steuern und Gebühren in Höhe von 100 Mio. Britischen Pfund rechnet.
Markus 1976
11.09.2008, 17:12
Interessant auch eine weitere Aussage in dem Artikel des Independent, wonach Kingfisher im laufenden Geschäftsjahr (bis 31. März 2009) mit einem Verlust vor Steuern und Gebühren in Höhe von 100 Mio. Britischen Pfund rechnet.
Die indischen Carrier haben mit Ausnahme von IndiGo zu spät auf die hohen Preise reagiert. Die Preise müssten derzeit eigentlich nochmals angehoben werden um die Verluste zu drücken. Den Betrag von 100 Mio $ zahlt Herr Mallya aber locker aus der Privatschatulle. Jet Airways hat keinen Herrn Mallya oder Mittal.
Der derzeitige Ölpreis-Rutsch auf unter US$ 100 rettet viele Airlines vor der Insolvenz, auch in Europa.
Markus 1976
22.09.2008, 13:52
Der indischen Presse ist zu entnehmen, dass Kingfisher 300 Mitarbeiter entlassen wird, um die Kosten zu dämpfen. Des Weiteren werden zwei geleaste Maschinen zurückgeben. Leider ist nicht genannt, um welche Typen es sich handelt.
Bei meinem Besuch in Toulouse am 12.09. standen mindestens 4 Widebodies sowie 2 A320 rum; bei den A320 waren die Titel entfernt (oder gar nicht erst aufgebracht) worden.
Beim Stöbern in einem indischen Forum bin ich auf einen Beitrag inkl Foto (http://airlinersindia.s4.bizhat.com/viewtopic.php?t=5108&mforum=airlinersindia) gestoßen, was mich schmunzeln ließ.
Da beweisen die Inder mal wieder eindrucksvoll ihr ganzes Können ;), hoffentlich wird der Flieger aus der Position geschleppt und fährt nicht selber raus - St. Maarten lässt grüßen.
Diesem Bericht (http://www.flightglobal.com/articles/2008/09/24/316406/arik-in-talks-for-a340-500s-as-kingfisher-retrenches.html) zufolge ist die nigeranische Arik Air an der Übernahme der beiden Langstreckenflugzeuge vom Typ Airbus A340-500 interessiert, welche Kingfisher wohl noch vor der Lieferung abstoßen möchte.
Nun ist es bestätigt: Arik Air übernimmt von Airbus Langstreckenflugzeuge des Typs A340-500, welche eigentlich in diesem Monat an Kingfisher ausgeliefert werden sollten. Überraschend ist dabei, dass entgegen früheren Meldungen nicht zwei, sondern sogar drei Maschinen von Arik Air übernommen werden. Somit werden von der ursprünglichen Bestellung nur zwei Maschinen bei Kingfisher zum Einsatz kommen.
Das sind genau die Maschinen, die an die Westküste gehen sollen. Ich denke sowieso, dass wir nicht mehr allzu lange die A345 sehen werden, bisher sind alle Ultralangstrecken gefloppt, die ich kenne.
Beide Städte werden mit einer 3/7 Verbindungen mit einer ATR angeboten. Geflogen wird Montag, Mittwoch und Freitag am Morgen.
Sehr merkwürdig, was da gerade passiert, nun existieren Meldungen (http://profit.ndtv.com/2008/10/13175004/kingfisher-puts-all-us-operati.html?id=73ea88a8-a0b4-408b-9012-9668fb9182ca), dass Jet mit Kingfisher fusionieren will.
Gerade auf der Langstrecke vielleicht derzeit sehr sinnvoll, vielleicht kann unser "Inder" sich dazu weiter äußern :whistel:
Wie ATW Online (http://www.atwonline.com/news/story.html?storyID=14352) berichtet, soll keine Fusion, sondern nur Code-Sharing etc. auf dem Plan stehen.
So oder so scheint den Verantwortlichen langsam ein Licht aufzugehen, dass ihre hochtrabenden Pläne gnadenlos gescheitert sind und selbst ein Mann wie Mallya nicht einfach mit seinen Milliarden die Luffahrt neu erfinden kann.
Wenn es zum Code-Sharing kommen sollte, wird es interessant werden, wo und wie dann die europäischen Basen lokalisiert werden, ob sich dann Brüssel noch halten können wird?
Es bedeutet auf jeden Fall auch, dass sich beide Airlines besser aufstellen können, was ich begrüße :thumbup:
Wenn man sich die gemeinsame Pressemitteilung der beiden Fluggesellschaften anschaut, wird klar, dass die Vereinbarung weit über ein Code-Share-Abkommen hinaus geht. Vielmehr wird es u.a. auch beim Ground Handling und Treibstoff-Management eine weitreichende Zusammenarbeit geben. Angesichts dieses Umfangs dürfte es nicht überraschen, wenn es über kurz oder lang doch zu einer offziellen Fusion beider Gesellschaften kommen wird.
Kingfisher will zukünftig Flüge nach San Francisco anbieten und zwar via London Heathrow. Zu diesem Zweck stellt Jet die Verbindung zwischen Amritsar und London ein und übergibt die Slots an Kingfisher.
Somit wäre dann auch geklärt, wie die Paxe nach der Einstellung der SFO -Strecke durch Jet weiter befördert werden.
Ich denke, dass damit für Kingfisher auch eine Entscheidung getroffen wurde, wie man Zukünftig in die USA fliegen wolle. Mal schauen, ob dass dann auch Auswirkungen auf den Jet-Hub in Brüssel haben wird....
Kingfisher verbuchte in den ersten neun Monaten ihres Geschäftsjahres 2007/2008 einen Nettoverlust in Höhe von 39 Mio. US-Dollar, gut 23,6% weniger als im Vorjahreszeitraum. Dagegen wurde der Verlust vor Steuern im gleichen Zeitraum auf 147 Mio. US-Dollar fast verdreifacht.
Markus 1976
21.10.2008, 05:26
Kingfisher und Jet stehen derzeit jeweils mit ca. 150 Mill. Euro mit rückständigen Treibstoffzahlungen bei den Ölgesellschaften in der Kreide. Beide CEO´s haben um Zahlungsaufschub gebeten. Mal sehen, was sich daraus ergibt. Der lachende Dritte ist Air India (Staatscarrier).
Beide Städte werden mit einer 3/7 Verbindungen mit einer ATR angeboten. Geflogen wird Montag, Mittwoch und Freitag am Morgen.
Die Einzelheiten der von Stephan angesprochenen neuen Flugverbindung:
06.10.2008: Mumbai – Nanded – Latur – Mumbai (dreimal wöchentlich mit ATR)
Kingfisher dreht derzeit massiv an der Kostenschraube: So wurden die Kapazitäten zunächst um vier Prozent zurückgefahren; weitere Kürzungen sind geplant. Weiterhin wurden zwei Maschinen ohne zusätzliche Kosten an die Leasinggeber zurückgegeben; bis zu acht weitere Maschinen sollen die Flotte darüber hinaus verlassen. In diesem Zusammenhang berichtet die internationale Presse, dass die Leasinggesellschaft ein indisches Gericht wegen ausstehender Leasingzahlungen angerufen habe. Ein Sprecher von Kingfisher soll jedoch entsprechende Berichte als falsch bezeichnet haben.
Dass es momentan nicht so gut um die Finanzen steht, mag man aber vielleicht daran erkennen, dass Kingfisher die indische Regierung um Lockerung ihrer Regelung ersucht hat, wonach ausländische Fluggesellschaften nicht mehr als 25% der Anteile an einer indischen Fluggesellschaft besitzen dürfen. Mehrere ausländische Fluggesellschaften sollen nach Angaben von Vijay Mallya an einer Beteiligung von mehr als 25% interessiert sein.
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