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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Low Cost Monitor: Köln/Bonn zurückgefallen


Thomas
24.05.2007, 08:13
Der aktuelle Low Cost Monitor 2007, der seit Anfang 2006 vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Zusammenarbeit mit der Arbeitgemeinschaft deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) herausgegeben wird, prognostiziert für 2007 ein teilweise leicht abgeschwächtes Wachstum der Billigflieger. Als Kernaussagen können hervorgehoben werden:

- In Deutschland waren im Frühjahr 24 Low Cost-Fluggesellschaften tätig, wobei die nicht mehr bestehende dba die meisten der insgesamt knapp 3.700 Flüge angeboten hat.

- Die Zahl der innerdeutschen oder grenzüberschreitenden Routen hat im Vergleich zum Vorjahr um 23 % auf 396 zugenommen. Neue Ziele konzentrieren sich dabei vorwiegend auf den mittel- und osteuropäischen Raum.

- Der Flughafen Köln/Bonn weist weiterhin mit rund 61 % seines Fluggastaufkommens die größte Anzahl an Low Cost-Flügen auf, was eine Steigerung von 3,4 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Bundesweit beträgt der Marktanteil der Low Cost-Fluggesellschaften am Gesamtpassagieraufkommen ca. 24 %.

Kritisch zu sehen sind meines Erachtens die Aussagen des Low Cost-Monitors zur Preisentwicklung. Hier findet man lediglich die Aussage, dass die Nettopreise bei allen betrachteten Fluggesellschaften im Vergleich zum Vorjahr erneut deutlich gefallen seien und Ryanair die preisgünstigste Fluggesellschaft sei. Dass einige Kandidaten gerade bei den Steuern und Gebühren eine erstaunliche Kreativität an den Tag gelegt haben (man denke hier nur an die Gepäckgebühren), wird dabei unberücksichtigt gelassen.

Die Pressemeldung des DLR findet man hier (http://www.dlr.de/desktopdefault.aspx/tabid-1/86_read-9105/).

Den gesamten Low Cost-Monitor gibt es hier (http://www.dlr.de/fw/DuA/Low_Cost_Monitor_I_2007.pdf).

Thomas
31.10.2007, 08:32
In diesen Tagen ist der aktuelle Low Cost Monitor des DLR und der ADV für das erste Halbjahr 2007 erschienen. Die Verfasser des Berichts stufen 23 Fluggesellschaften, die deutsche Flughäfen anfliegen, als Low Cost Fluggesellschaften ein, wobei jedoch eingeräumt wird, dass es nur wenige eindeutige Abgrenzungskriterien gibt. Air Berlin werde daher nur insoweit als Low Cost Fluggesellschaft geführt, soweit keine typischen Touristikziele angeflogen werden und die Einzelplatzbuchung überwiege.

Die Kernaussage des umfangreichen Berichts aus Sicht des Flughafens Köln/Bonn ist leider nicht so ganz erfreulich: Der Flughafen hat den Platz an der Sonne als größter Low Cost-Flughafen (bezogen auf die Zahl der wöchentlichen Starts) auf dem europäischen Festland an Barcelona verloren. Unter den deutschen Flughäfen weist Köln/Bonn mit 662 Starts pro Woche aber weiterhin die größte Zahl an Low Cost-Flügen auf, wobei sich das Wachstum mit einem Plus von nur noch 5% deutlich vermindert habe. 70,4% aller Passagiere in Köln/Bonn nutzen mitterweile die Low Cost Fluggesellschaften, deutlich mehr als in Berlin gesamt (52%) oder Stuttgart (40,8%).

Der Wettbewerb zwischen den Low Cost Fluggesellschaften ist unverändert sehr gering, konkurrieren doch nur auf 25 von 568 Strecken mindestens zwei Anbieter miteinander. 39% aller Low Cost-Flugverbindungen beschränken sich auf den innerdeutschen Flugverkehr.

Größte Low Cost-Fluggesellschaft in Deutschland ist Air Berlin (1.996 wöchentliche Flüge), mit deutlichem Abstand gefolgt von Germanwings (920 wöchentliche Flüge), TUIfly (644 wöchentliche Flüge), Ryanair (518 wöchentliche Flüge) und Easyjet (379 wöchentliche Flüge). Auf ganz Europa bezogen führt Ryanair (6.348 wöchentliche Flüge) vor Easyjet (5.459 wöchentliche Flüge), Air Berlin (3.151 wöchentliche Flüge), Flybe (3.102 wöchentliche Flüge) und Germanwings (1.428 wöchentliche Flüge). TUIfly liegt im europäischen Vergleich nur auf Platz 9 (1.025 wöchentliche Flüge)

Den kompletten (und wie gesagt sehr umfangreichen Bericht) kann man hier (http://www.adv-net.org/download/presse/Low_Cost_Monitor_10.10.2007.pdf) nachlesen.

Thomas
17.04.2008, 06:11
Dem aktuellen Low Cost Monitor 1/2008 von DLR und ADV hat Köln/Bonn nunmehr basierend auf dem Angebot einer Referenzwoche im Winterflugplan 2007/2008 - auch seine Spitzenposition als der Low Cost-Flughafen Deutschlands an Berlin-Tegel abgeben müssen. Verantwortlich hierfür ist eine nahezu stagnierendes Angebot an Low Cost-Flügen in Köln/Bonn, während das Angebot in Berlin-Tegel um gut 30% ausgebaut wurde. Im europäischen Vergleich ist Köln/Bonn nunmehr aufgrund des stagnierenden Angebots sogar vom zweiten Platz hinter Madrid, Berlin-Tegel, Amsterdam und Oslo auf den sechsten Platz unter den Low Cost-Flughäfen auf dem europäischen Festland zurückgefallen.

Die sieben größten Low Cost-Fluggesellschaften teilen sich in Deutschland 94% des Low Cost-Angebots (gemessen an der Zahl der Starts) auf; Spitzenreiter ist hier Air Berlin (42%), gefolgt von Germanwings (16%), Ryanair (12%) und TUIfly (11%). Hierbei ist anzumerken, dass Flüge der Air Berlin und von TUIfly zu typischen Touristikdestinationen nicht berücksichtigt worden sind, bei Air Berlin darüber hinaus die Flüge des Kooperationspartner Luftfahrtgesellschaft Walter.

Insgesamt werden 497 verschiedenen Flugverbindungen zu 33 Ländern angeboten (101 Strecken mehr als ein Jahr zuvor). Der Wettbewerb unter den Low Cost-Fluggesellschaften findet aber auch weiterhin praktisch nicht statt, da nur auf 27 dieser 497 Flugverbindungen zwei Fluggesellschaften miteinander konkurrieren.

Stephan
17.04.2008, 08:24
Naja, man muss sich aber auch die Frage stellen, ob man AB wirklich als Low-Cost Anbieter sehen darf, oder nicht.

In meinen Augen ist AB kein reiner LCC'ler mehr.

Thomas
17.04.2008, 08:56
Naja, man muss sich aber auch die Frage stellen, ob man AB wirklich als Low-Cost Anbieter sehen darf, oder nicht.

In meinen Augen ist AB kein reiner LCC'ler mehr.

Genau deshalb werden bestimmte Strecken der Air Berlin ja auch nicht in der Erhebung berücksichtigt. Im Übrigen kann man dies genausogut auch für einige Strecken von Germanwings behaupten, bei denen ein Großteil vorab an Reiseveranstalter vergeben worden ist und der Rest dann zu Preisen fernab der 19,- Euro in den Einzelverkauf geht. Auch dies hat nicht mehr viel mit dem klassischen Low Cost-Konzept zu tun.

Thomas
17.04.2008, 22:14
Wenn man schon die Art der Datenerhebungund somit die Statistik selbst anzweifelt, sollte man sich bewusst sein, dass an dieser Auswertung die ADV und somit die deutschen Flughäfen selbst als Mitglieder der ADV beteiligt sind. Die Mitglieder der ADV würden sich wohl kaum an einer derartigen Auswertung beteiligen, wenn sie auf derart schwachen Füßen stehen würde.

Im Übrigen: Ausgehend von einem relativ niedrigen Niveau ist es nicht so schwer, das Aufkommen zu verdoppeln; allein in Deutschland gibt es hierzu mehrere Beispiele. Köln/Bonn ist somit beileibe nicht der einzige Flughafen mit einer derart positiven Entwicklung.

Aber bei allen positiven Entwicklungen in den vergangenen Jahren: Tatsache ist nunmal, dass die Entwicklung in Köln/Bonn stagniert, während es an anderen Flughäfen weiter bergauf geht. Von daher ist immer positiv denken ein schönes Motto, hilft aber nicht wirklich weiter, wenn man sich weiter positiv im Gleichschritt mit der Konkurrenz entwicklen möchte.

Holger
17.04.2008, 23:55
Im Übrigen: Ausgehend von einem relativ niedrigen Niveau ist es nicht so schwer, das Aufkommen zu verdoppeln; allein in Deutschland gibt es hierzu mehrere Beispiele. Köln/Bonn ist somit beileibe nicht der einzige Flughafen mit einer derart positiven Entwicklung.


Dann nenn mal welche die sich von der "niedrigen" Basis von etwa 5,5 auf 10,5 verdoppelt haben! Dazu benötigt es mal eben 25/26 LCC-Flieger die hier stationiert sind. Also "nicht schwer" würde ich was anderes nennen.

Stephan
18.04.2008, 00:21
Dann nenn mal welche die sich von der "niedrigen" Basis von etwa 5,5 auf 10,5 verdoppelt haben! Dazu benötigt es mal eben 25/26 LCC-Flieger die hier stationiert sind. Also "nicht schwer" würde ich was anderes nennen.

Naja, so gesehen, hast du bestimmt recht, aber, es gibt genug Airports, die aus Nix sehr viel gemacht haben, aber auch wiederum sehr viele, bei denen es nicht weiter gegangen ist, z.B. HAJ.

Thomas
18.04.2008, 06:36
Die Sichtweise, was "niedrig" ist, wird hier sicherlich unterschiedlich sein; ich orientiere mich dabei halt an den großen deutschen Flughäfen (wie es Michael Garvens auch gerne (ge)macht (hat)), und deshalb sind 5,5 Mio. Passagiere für mich auch eine relativ niedrige Ausgangsbasis, zumal ich noch gut in Erinnerung habe, welch gähnende Leere Anfang dieses Jahrhunderts zeitweise in den Hallen des Flughafens herrschte, in welcher die Kapazitäten nicht mal annähernd zu 50% ausgelastet gewesen sind.

Holger
18.04.2008, 07:57
Ok, trotzdem fällt mir kein Airport ein in Deutschland der mal eben 100% in der kurzen Zeit gemacht hat. STR hatte vor dem LLC-Boom schon eine deutliche höhere Ausgangsbasis und SXF hatte vor EZY/4U praktisch nur eine Mill oder weniger, daher nicht vergleichbar.

Thomas
18.04.2008, 09:41
Ok, trotzdem fällt mir kein Airport ein in Deutschland der mal eben 100% in der kurzen Zeit gemacht hat. STR hatte vor dem LLC-Boom schon eine deutliche höhere Ausgangsbasis und SXF hatte vor EZY/4U praktisch nur eine Mill oder weniger, daher nicht vergleichbar.

Auch in diesem Punkt sind wir unterschiedlicher Meinung: Zum Vergleich ziehe ich alle internationalen Flughäfen gemäß ADV heran: Danach haben DTM, HHN und SXF ihre Passagierzahlen seit dem Jahre 2002 mehr als verdoppeln können.

Holger
18.04.2008, 09:50
Ja, aber mit dem Unterschied das im Jahre 2002 HHN, DTM und SXF zusammen wohl max die Paxzahl hatten die CGN im Jahre 2002 vorweisen konnte. Dies war dann wirklich eine niedrige Basis bei der eine Handvoll Jets ausreichen um eine Verdopplung bzw mehr zu erreichen. Ich würde die Airports in Deutschland in drei Kategorien einteilen, wobei FRA und MUC in die größte Kategorie fallen. Und HHN, DTM und SXF spielen nun wirklich nicht in einer Klasse mit CGN und sind daher auch nicht vergleichbar. Aber unterschiedliche Meinungen müssen ja nicht schädlich sein!